Der Vormarsch pharmakologischer Verhaltenssteuerung − kein Problem?

Götz Eisenberg konstatiert einen »pharmakologischen Seelenmord«

In der Bildung und in den Berufsverbänden der Psychologinnen und Berater spielt die pharmakalogisch und medizinisch fundierte Verhaltensoptimierung keine Rolle. Diese Form der »Optimierung«  bricht jedoch mit allem, was Bildung und Berufsverbände als Ziel und Zweck von Schule beschreiben. Dennoch halten sich Kritik und Verurteilung in engen Grenzen, sowohl von staatlicher Seite als auch von der Seite der Professionen.

Eltern beschreiten den Weg zu Arzt und Apotheker auch deswegen, weil sie sich selbst an den Modus der pharmakologischen Moderation von Konflikten gewöhnt haben und bei jeder Gelegenheit irgendein Medikament einnehmen. Das als „Unternehmer seiner selbst“ konzipierte Subjekt muss bei Strafe des Untergangs lernen, sein als Störfaktor auftretendes Seelenleben mittels Drogen und Medikamenten zu regulieren und auf Vordermann zu bringen.

Sind die Verstrickung und Verwobenheit, vielleicht auch die mehr oder weniger geahnte Komplizenschaft der Institutionen und Menschen größer als wir wahrhaben wollen? Können wir den »pharmakologischen Seelenmord« hinnehmen, obwohl die vermeintliche Optimierung doch tief in die Körper und Persönlichkeiten eingreift?

Götz Eisenberg breitet unterschiedliche Facetten des Themas aus und regt an, die eigenen und gesellschaftlichen Werte / Leitlinien des Unterrichtens und Beratens zu hinterfragen

 

 

Ein Gedanke zu „Der Vormarsch pharmakologischer Verhaltenssteuerung − kein Problem?“

  1. Na, da ist mal schön alles, was der Stammtisch so hergibt in einen Topf geworfen, gut umgerührt und die Eltern werden pauschal zu den Bösen gemacht worden, die es sich leicht machen. Weiß der Autor, was ADHSler alles so erleben/aushalten, um nur halbwegs am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können? Methylphenidat ist kein Teufelszeug und in begründeten Fällen ( nein eine Diagnose bekommt man in Deutschland nicht hinterher geschmissen) eine Medikamentation wie jede andere auch . Wie kann man ein nachweislich gutes Medikament mit einer Party-Droge vergleichen? Natürlich würde allgemein weniger Leistungs-und Erfolgsdruck gesünder für ALLE sein, eine Binsenwahrheit. Es lastet ein ungeheurer Druck auf Eltern. Bashing ist der falsche Weg.
    Und bitte kommen Sie mir nicht mit Herrn Hüther…der vorgibt, er sei ein Experte und gut an seinen gefälligen, scheinbar kritischen Gedanken, verdient.

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