Psychotherapie und Schulpsychologie

Das Profil der Schulpsychologie ist mancherorts noch wenig ausgeprägt. Manche Schulpsychologin und mancher Schulpsychologe ist in seiner Berufsrolle verunsichert. Klarheit und Orientierung scheinen so gelegentlich darin zu liegen, sich an einem klinischen Modell zu orientieren. Damit wird das Muster des Index-Klienten wieder eingeführt: Der auffällige Schüler oder die auffällige Schülerin erhalten von einer nicht-klinischen Institution wie Schule oder von einer Organisation der Schulbehörde (wie einem schulpsychologischen Dienst) eine psychische Erkrankung zugeschrieben. Aber nicht nur das. Diese soll dann noch in diesem Rahmen therapiert werden.

Damit würde das Wirkungsfeld der Schulpsychologie enorm eingegrenzt — und die Schule und ihr Umfeld als gestaltendes Element für die Persönlichkeitsentwicklung vernachlässigt. Das muss nicht heißen, die Psychodynamik des Kindes und die Dynamik seiner Familie zu ignorieren. Sie können und sollen Gegenstand schulpsychologischer Arbeit sein — nicht zuletzt, um sie auch in Schule zu verstehen und sie dort gezielt weiterzuentwickeln.

Die Sektion Schulpsychologie im BDP hat sich schon mit der Thematik befasst. Die Wirkungen einer unbedachten »Psychotherapeutisierung« der Schulpsychologie könnten folgenreich sein.

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