Erziehung als Mittel der Verdinglichung

Ein vielversprechendes Buch ist vor Kurzem auf den Markt gekommen. Manche Zeile klingt drastisch.

Für den gewünschten Output wurde die herzustellende Ware im Fortgang des bio-logischen Wachstums vermessen, gesellschaftlich kontrolliert und, wenn nötig, aus-sortiert und im schlimmsten Falle zur Mangel- oder Fehlerware abgestempelt, aus dem Handel genommen und »verramscht«. Sein gesellschaftlicher Marktwert taxiert sich nach bestandener Qualitätsprüfung. Diese erfolgt, den Gesetzen des neoliberalen Marktes folgend, in standardisierter und objektivierter Form. Ziel der Herstellung ist das »normale Kind«.

Das passt so gar nicht zum Sound der Bildungspolitik und dazu, was viele sich wünschen zu sein, wenn sie erzieherisch oder beratend aktiv sein wollen. Die Gedanken der Autorin könnten aber geeignet sein, uns die Augen zu öffnen. Man könnte einen Zusammenhang herstellen: Je mehr vermessen, kategorisiert – also diskriminiert – wird, um so heftiger und rauschhafter wird die Rede von der Inklusivität geführt. Sabine Seichter hat das Buch »Das ›normale‹ Kind« geschrieben. Hier gibt es eine Leseprobe.

Es geht weiter – zumindest etwas

Hier war es eine Zeitlang sehr ruhig. Kein Wunder, gab es doch anderes zu tun als diesen Blog aktuell zu halten. Zwei Aufsätze sind in den letzten Monaten entstanden, die einen schulpsychologischen und schulberaterischen Bezug haben. Das werde ich noch in einem eigenen Post bedenken. (Es gibt aber noch andere Beschäftigungsmöglichkeiten, die Zeit kosten.)

Tatsächlich versiegt für mich als Ehemaligen die Quelle der unmittelbaren Erfahrung, um das eine oder andere Thema aufzuspießen. Und die meisten Kolleginnen und Kollegen folgen bewusst oder unbewusst der Erwartung des Arbeitgebers, Neues, das nicht für PR oder Propaganda geeignet ist, unter Verschluss zu halten. (Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel). Das ist sicherlich die eine oder andere Überlegung wert, wie das (die Abschließung) funktioniert. Das heißt, es wird hier wenig oder gar nicht mehr darüber nachgedacht werden, wie sich im alltagspraktischen beruflichen Handeln, politische, sozialpsychologische Konzepte heimlich und unheimlich umsetzen.

Weiterlesen „Es geht weiter – zumindest etwas“