Die Kritik an Kuhbandner – Irreführung mit einem Vorwurf, vor dem er selbst gewarnt hatte


Während der politisch forcierten Gesundheitskrise, ausgelöst durch ein Virus in den Jahren 2020 ff., stand für den interessierten Bürger die Frage auf der Tagesordnung: Wie gut sind die Daten, wie sind die Methodiken, mit denen sie beschafft werden, welche methodisch-statistischen Fehler könnten sich einschleichen, welche Unsicherheiten sind in den Daten enthalten?

Schon in den ersten Monaten der Krise machte Christof Kuhbandner, Psychologieprofessor in Regensburg, auf Fehlschlüsse aufmerksam, die auf Spektrum und auf Telepolis veröffentlicht wurden.
Im Januar 2022 wandte Kuhbandner sich erneut an die interessierte Öffentlichkeit . In einer Untersuchung hatte er herausgefunden, dass es einen Zusammenhang gab zwischen Verabreichung von Impfungen und kurz darauf eintretenden Häufungen von Todesfällen. Als sorgfältiger Methodiker und Statistiker machte er gleich an mehreren Stellen seines Manuskripts darauf aufmerksam, dass ein Zusammenhang noch lange keine Kausalität sei. Er wird damit gerechnet haben, dass man ihm so etwas vorhalten könnte.

Statistikprofessor mit Anfängerfehlern?

Andererseits ist eine Korrelation auch kein Beleg dafür, dass eine Kausalbeziehung nicht vorhanden ist. Deshalb, so scheint mir, ist es dringlich aus ethischen Gründen weiter an der Beantwortung der Frage zu arbeiten. Übrigens ist das ein Grund, weshalb Kuhbandner dazu aufrief, auch von anderer Seite den Fragen nachzugehen. Immerhin geht es im ungünstigen Fall um Leib und Leben von Menschen.

Anlass zur Beunruhigung gibt ein weiterer Befund Kuhbandners. So fand er, dass bei unterschiedlichen Zeitpunkten des Impfbeginns in den Bundesländern entsprechend verzögert einsetzende Zunahmen von Todesfällen in den jeweiligen Bundesländern zu beobachten waren. Keineswegs nahm Kuhbandner das als Beweis.

Einladung zur Zusammenarbeit

Vielmehr stellte er seine Daten zur Verfügung, lud Wissenschaftler ein, seine Daten zu überprüfen und eigene Untersuchungen anzustellen. So weit ich das beurteilen kann, ist das doch ein vorbildliches, wissenschaftliches Vorgehen. Das ändert nichts daran, dass sich die „Unstatistik des Monats“, eine Kolumne, die ich bis dahin sehr schätzte, über den Psychologieprofessor hermachte. Sie widmete ihm eine „Unstatistik„.

Defizit an guten Umgangsformen

Das Verwunderliche: Es wurden noch einmal die bekannten Einwände und Warnungen vor voreiligen Schlüssen – ein Zusammenhang ist keine Ursache – ausgebreitet – Warnungen die Kuhbandner schon selbst vorgetragen hatte.
In den Chor der Kritiker hatte sich auch der Bonner Wissenschaftler Dominik Liebl eingeschaltet, ganz und gar nicht höflich und kollegial, sondern donnernd, herabsetzend und verurteilend. In mehreren bewundernswert sachlichen Mails bat Kuhbandner den Kollegen um sachliche Kritik, die aber nicht erfolgte.

Dokumentiert ist das Ganze im Blog von Bert Ehgartner, der den Disput mit Zustimmung der beiden Kontrahenten veröffentlichte.
Es stellen sich mindestens zwei Fragen: Wie geht es mit dem sachlichen Gehalt der Forschungen weiter? Wie menschlich anständig laufen in Zukunft wissenschaftliche Debatten?

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