Literaturhinweis Stiftungen

Stiftungen als Ausdruck von Bürgersinn und Wohltätigkeit?

Gerne werden Stiftungen als Ausweg aus den Notlagen beschworen, die der angeblich arme Staat hinterlässt, nicht zuletzt in der Bildung. Jedoch: Zweifel sind angebracht. „Philanthropie ist fast immer zutiefst undemokratisch insofern, als die wohlhabende Elite ihre Ressourcen einsetzt, um ihre eigene Vorstellung von öffentlichem Wohl durchzusetzen.“ Diese Einschätzung stammt nicht aus der Gegenwart, sondern aus der Zeit der Aufklärung und der aufkommenden Demokratie.

Robert Jacobi macht in seinem Buch: „Die Goodwill-Gesellschaft. Das Milliardenspiel der Stifter, Spender und Mäzene“. Murmann Verlag, Hamburg 2009, 250 Seiten

unter anderem darauf aufmerksam, dass das Stiftungswesen keineswegs so bürgerschaftlich und demokratisch ist, wie es uns von Stiftern und Politik nahegelegt wird. Hier die Buchbesprechung vom Deutschlandradio Kultur: Literaturhinweis Stiftungen

Zur Entfaltung ihres Potenzials braucht die Schulpsychologie mehr Profil

von Jürgen Mietz

Vorschlag für ein Profil der Schulpsychologie

Schulpsychologie ist in den letzten Jahren in den Medien gut gelitten. Keine schulische Bedrohungs- oder Krisensituation, bei der nicht ein Schulpsychologe um Rat gefragt wird. Vielfach wurden gar neue Stellen geschaffen, die explizit mit Krisenintervention begründet wurden. Nicht wenige Schulpsychologinnen und Schulpsychologen fühlen sich von diesem Tätigkeitsfeld angesprochen. Es erfreut sich öffentlicher, politischer, finanzieller und organisatorischer Anerkennung, zumindest in einigen Bundesländern. Demgegenüber steht die alltägliche Beratungs- und Reflexionsarbeit mit Kindern, Lehr- und Leitungskräften und Eltern wie eh und je im Hintergrund, obwohl sie doch – zumindest teilweise – dazu geeignet ist, Krisen in der Schule und persönlichen Katastrophen vorzubeugen. Zwar unternehmen Verbände und die Sektion Schulpsychologie des BDP immer wieder Vorstöße, Kollegen und Politik zu erreichen – in der breiten Kollegenschaft aber gibt es kaum eine Debatte über Erfahrungen mit unterschiedlichen Organisationsformen, Multiprofessionalität, Eigenständigkeit und Eingebundenheit in Schulbehörden. Wie kooperieren unterschiedliche Berufsgruppen und wie grenzen sie sich voneinander ab? Wie müssen Organisations- und Führungskonzepte beschaffen sein, damit sich das Potenzial der Schulpsychologie und das anderer Professionen entfalten kann. Hier einige Aspekte, die für eine Debatte von Bedeutung sein könnten: Weiterlesen „Zur Entfaltung ihres Potenzials braucht die Schulpsychologie mehr Profil“