Monat: Januar 2012
Steuerung statt demokratischer Entwicklung. Ergebnis: Frust und Reibungsverlust
Dem Anschein nach gibt es eine einzige und damit selbstverständlich »alternativlose« Form der Beratungsorganisation, die im Zuge der Inklusionsumsetzung zu realisieren ist, wenn REBUS und neuerdings die Fusion der REBUS mit den noch zu gründenden Bildungszentren propagiert werden. Alles soll effizienter werden, Eigenständigkeiten sollen gewahrt bleiben – warum dann die Fusion? – Alles wird vorbildlicher, und noch dazu für die ganze Republik. Was in den wenigen Diskussionsgelegenheiten erkennbar wird, ist, dass die Fusion eine politische Vorgabe ist. Einen inhaltlichen Entwicklungsprozess durch Kommunikation gibt es nicht.
Wie bei Reformen der Schule häufig geht es nicht darum, endlich die Bedingungen für ein personenbezogenes Lernen zu schaffen, sondern darum, Steuerung und Kontrolle im Schulsystem zu erhöhen, und zwar im Sinne eines unternehmerischen, auf Rentabilität orientierten Modells. Im Namen der Übersichtlichkeit und des Abbaus von bürokratischem Wildwuchs, werden Organisationen geschaffen, die Eingriffe und Steuerung erleichtern (sollen). Das spricht manche Wünsche, auch pädagogische, sowie Ressentiments an: Muss nicht wirklich etwas geschehen angesichts der wachsendenden Störungen im Schulsystem? – In diesem Sinne hat sich dann auch Beratung zu formieren. Weiterlesen „Steuerung statt demokratischer Entwicklung. Ergebnis: Frust und Reibungsverlust“
Ablenkungsmanöver
Das ist hier zwar kein Politblog. Anderseits ist Schulpolitik auch Ausdruck der Großen Politik. Und die lenkt zurzeit von zentralen Zukunftsfragen ab. Nicht zuletzt lebt Schulpolitik von staatlichen Einnahmen, die wiederum von der Wirtschaftspolitik abhängen. Aber womit sind Medien und Politik ohne Ende beschäftigt? Richtig. Mit dem Präsidenten und mit sich selbst. Dieses Treiben um den Präsidenten hat wohl nicht nur die Funktion, die Wahrheit aufzudecken. Bei all dem Gezerre wird von lebenswichtigen Fragen abgelenkt.
Starker Rückbau des öffentlichen Dienstes
Wir werden ständig mit der Parole konfrontiert, der öffentliche Dienst sei unproduktiv, er koste viel und leiste wenig. Das Schulwesen ist seit Jahren unterfinanziert, an allen Ecken und Enden ist die pädagogische Decke zu kurz. Tatsächlich ist der öffentliche Dienst in den den letzten Jahren bis zur Grenze der Handlungsfähigkeit und bis zu Qualitätsmängeln klein gespart worden.
Bildung – Kultur – Barbarei – Zivilisation
Zum Jahresbeginn ein etwas längerer Artikel von Gert Heidenreich. Was braucht die moderne Gesellschaft, die häufig eine Wissensgesellschaft oder Informationsgesellschaft sein soll? Wird der kompetenztrainierte Mensch den Anforderungen gerecht?
»den eigenen Ort in der Welt (zu) finden und (zu) verstehen. Genau das ist offenbar kein Ziel der Pädagogik mehr – die Inhalte, die dafür nötig wären, werden zurückgedrängt zugunsten anderer Curricula, deren unmittelbar nützliche Anwendbarkeit im Berufsleben hervorgehoben wird. Der trainierte Mensch, der dabei entsteht, hat als Idealbild der sogenannten Informationsgesellschaft den gebildeten Menschen abgelöst.«