Die Wissenschaftlichkeit der Wissenschaften in Gefahr?

Methodenlehre und Statistikkurse waren einmal harte Schulen des Denkens und der Einübung in die selbständige Analyse empirischer Arbeiten. Gleiches galt für die Konzipierung von Untersuchungs- und Forschungsdesigns. So sehr man auch über die Menschenferne dieses Teils der Psychologie fluchen mochte, so wichtig war und ist er jedoch, um sich vor Missverständnissen und Verzerrungen mittels manipulierter Zahlen der Wahrheit zu schützen.

Nun scheint solche Art Redlichkeit und Solidität auf dem Müllhaufen der Wissenschaftsgeschichte zu landen. Mit der Corona-Pandemie oder vielleicht doch eher mit der Corona-„Pandemie“?) werden wir tagtäglich mit Verdrehungen und Stimmungsmache auf vermeintlich wissenschaftlicher Grundlage konfrontiert. Einige der entstellenden Methoden sind hier und hier dargestellt.

Der unsaubere Umgang mit „Positiv Getesteten“, mit „Fällen“, „Infizierten“ und „Kranken“, das Fehlen eines Bezugs von Zahlen zur Gesamtgröße – wozu werden wir mit steigenden Fallzahlen konfrontiert, ohne dass sie ins Verhältnis zur steigenden Zahl der Testungen gesetzt wird? –, die ständige Wiederholung von „an oder mit Corona Verstorbenen“ lassen sich doch nur als Dramatisierung verstehen – zu welchem Zweck?

Gesundheitsministerien und Robert-Koch-Institut verzichten auf die Darstellung solch grundlegender Zusammenhänge, wie auch die meisten Medien darauf verzichten. In Vor- und Hauptdiplomarbeiten (bzw. Bachelor- und Masterarbeiten, würden einem doch solche Nachlässigkeiten als Mängel um die Ohren gehauen. Und nun muss man sich das als Normalität tagtäglich anhören. Ist das Teil der „Neuen Normalität“, die uns schmackhaft gemacht wird? Bisher hören wir dazu nichts aus Psychologieverbänden.

Unter diesem Aspekt (der Verallgemeinerung) könnte man sich Sorgen machen um die wissenschaftliche Solidität (auch) der Psychologie.

Immerhin machen sich Verbände der Psychologie-Praktiker’innen ethischen und wissenschaftliche Ansprüche zu eigen:

Accuracy in representing information, and responsibility to acknowledge and not to suppress alternative hypotheses, evidence or explanations.

Und um der Reputation willen, wird bei Tagungen, Fortbildungen etc. nicht ungern auf die Evidenzbasiertheit der (Schul-) Psychologie hingewiesen.

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