Kommt das Nachdenken in die Öffentlichkeit zurück?

Stimmen für eine Ausweitung der Denkzone in der Coronapolitik-Krise

Heute morgen, am Sonntag in der Frühe, waren Töne im Deutschlandfunk zu hören, wie sie in den vergangenen Monaten wohl nicht zu vernehmen waren. In der Sendung „Information und Musik“, sicherlich ein Nischenplatz und nicht der Sendeplatz, der ein großes Publikum hat, gab es gleich zwei Interviews, die eine Idee davon vermittelten, was öffentlicher Rundfunk leisten könnte – wenn er sich entscheidet mehr zu sein als Propaganda (siehe vorigen Beitrag).

Kalbitzer plädierte auch dafür, in der Coronakrise die Expertise von Verhaltensökonomen, Sozialpsychologen und Epidemiologen stärker einzubeziehen. Allein auf die Empfehlungen der Virologen zu setzen, hält er für falsch. Man müsse die Erkrankung sehr ernst nehmen, doch die Bevölkerung kämpfe mittlerweile mit soziologischen und epidemiologischen Problemen. „Da fehlen uns Experten“, kritisiert der Psychologe und Psychiater. Hier sieht er auch Journalisten in der Verantwortung. Zu selten würden Menschen befragt, die sich damit auskennen, wie man eine Bevölkerung durch eine Krise navigiert. Im Fokus stünden viel zu sehr die Virologen.

Es lohnt sich, sich das ganze Interview anzuhören. Die Zusammenfassung, aus der das obige Zitat stammt, scheint mir den Tenor nicht vollständig wiederzugeben.

Ebenfalls einen neuen Ton hört man aus dem Interview mit dem Direktor der Klinik für Innere Medizin an der Universität Kiel heraus. Leider nicht auf der Aufmacherseite der Website des DLF erwähnt.

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