Die Allgegenwärtigkeit von Propaganda – Edward Bernay und die Psychologie der Manipulation

Wie sollen psychologische Erkenntnisse genutzt und verwertet werden? In unserem Bewustsein und Hoffen mögen wir glauben, dass sie uns reifer und unabhängiger machen mögen. Man möchte glauben, dass sie der Emanzipation der Menschen, ihrer Urteils- und Handlungsfähigkeit dienen solle. Aber dient sie der Mündigwerdung? Oder geht „die“ Psychologie, die die heute verwendet und in Organisationen gebraucht wird, nicht von einem Menschenbild aus, dass seine Unmündigkeit als Geburtsfehler voraussetzt und daraus ableitet, dass Menschen geführt und betreut werden müssen und sollten? Viele Kolleginnen und Kollegen gehen davon aus, dass es so oder ähnlich ist. Sie verstehen ihren Humanismus so, dass sie die Gescheiterten, Zweifelnden, Fragenden, Verzweifelten wohlwollend und wissend als Ahnunglose betrachten und sich selbst als verantwortungsvolle Führer’innen. Sie bespielen die Herde aus einer Grundhaltung der Rechtschaffenheit mit einem Anspruch, der sich in der Regel einer Kritik nicht stellen muss. Sie fügen sich in herrschaftliche Ambitionen ein, ohne dass sie ans Licht kämen.

Lenkung und Steuerung sind in diesem Welt- und Menschenbild notwendig, also auch verschiedene Formen des Autoritarismus. Psychologie ist fest in die Organisierung von Gesellschaften in diesem Sinne integriert. Und damit auch in ein Konzept der Propaganda – was sich wohl die wenigsten klarmachen.

Propaganda als zentraler Bestandteil unserer Gesellschaft ist uns nicht so präsent. Propaganda betreiben die anderen. Das es so nicht ist, zeigt anschaulich ein Feature im Deutschlandfunk über Edward Bernay. Der Rückblick in die 20er und 30er Jahre erleichtert es, Propaganda heute aufzuspüren. Propaganda war ein von Bernay selbst benutzter Begriff, der sich aber im Zuge der Nazipropaganda verschlissen hatte. Man kam dann auf die Idee das Ganze „Public-Relations“ zu nennen.

Das Feature kann unter dem genannten Link nachgehört werden. Das Manuskript kann man sich vom Deutschlandfunk schicken lassen (leider ist es bis heute nicht im Netz zugänglich).

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