Die Angst vor dem eigenen Irrtum …

… als Treiberin der allergrößten Unerbittlichkeit in der Frage einer offenen Gesellschaft

Paul Schreyer versucht den maßlosen Maßnahmen, der Unfähigkeit zuzuhören auf die Spur zu kommen. Was hält die widersprechendsten Begründungen zusammen? Die Angst, ist seine Meinung.

Der eigene Irrtum ist auf seltsame Art inakzeptabel geworden, gilt als geradezu unprofessionell. Man weiß Bescheid, kennt sich aus, lässt sich nichts vormachen. So gesehen erscheint die Angst vor dem Irrtum in der Corona-Krise nur als spezielle Spielart einer sich generell ausbreitenden Härte, Gereiztheit und Diskussionsverweigerung, die auch bei vielen anderen Themen zu beobachten ist. Diese allgemeine gesellschaftliche Überspanntheit könnte man als psychische Entsprechung eines aus dem Ruder laufenden, bis zum Zerreißen gespannten ökonomischen Systems betrachten, das an den Nerven aller darin Eingewobenen immer unnachgiebiger und brutaler zerrt.

Rechthaben und Rechtbehalten sind in der Konkurrenzgesellschaft „unverzichtbar“. Akteure und Akteurinnen wie Journalist’inn’en und Politiker’innen, aber auch „Standes“vertreter’innen des medizinischen Komplexes sind mit mancherlei Mächten und Abhängigkeien verbandelt. Wenn man sich einmal auf eine Version (etwa der Seuchenbekämpfung) eingelassen hat, von der man sich Durchschlagskraft und Aufstieg versprach und einen Zuwachs an Ansehen und Macht, kann man nicht so leicht zurück. Das macht dann schon mal sittenwidrige de facto Sprech-, Zuhör- und Denkverbote erforderlich. Es geht dann nicht um bestmögliche Einschätzung einer Gefahr, sondern um die Durchsetzung der einen Einschätzung, die gemäß der eigenen Interessenlage den größtmöglichen eigenen profit verspricht. Der Irrtum könnte das eigene Gebäude dessen, was wir als Wahrheit und Existenzgrundlage ansehen, zum Einsturz bringen.

Man sollte die die Kommentare zum Artikel ebenfalls lesen. Artikel und Kommentare geben ein „schönes“ Sittenbild unserer Gesellschaft.

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