Individuum, Lernen und Emotion

Ein schulpsychologisches Beratungskonzept zur individuellen Förderung

von Jürgen Mietz

Wenn Schüler und Schülerinnen in und durch Schule ein solides Wissen und Verantwortungsfähigkeit erwerben, wenn sie eine mündige, selbstbewusste und Anteil nehmende Persönlichkeit werden sollen (vgl. §2 des nordrhein-westfälischen Schulgesetzes) – dann benötigen sie dazu Schulen und Lehrkräfte, die in genau diesem Sinne arbeiten. Was Schüler und Schülerinnen lernen und wie sie lernen, welche Qualität sie erreichen, hängt wesentlich von der Qualität der Lehrer und Lehrerinnen ab. Diese Qualität der Lehrkräfte (und der Schulen) zu unterstützen, ist ein wichtiges Aufgabenfeld der Schulpsychologie. Manche sind gar der Meinung, dass das zentrale Aufgabe der Schulpsychologie sein sollte. Auch ich bin dieser Auffassung.

Die Orientierung auf Schule heißt keineswegs, dass Schülerinnen und Schüler sowie Eltern aus dem Kooperations- und Beratungsprozess auszuschließen wären. Im Gegenteil: Die Familie ist in einer systemischen Sicht eine wichtige Bedingung, die es zu berücksichtigen gilt, will man das Lernen und die Persönlichkeit des Schülers/der Schülerin verstehen und ihnen die größt möglichen Entwicklungsmöglichkeiten bieten.

Die Schülerin oder den Schüler zu verstehen – das ist eine wichtige Voraussetzung für einen gelungenen Bildungs- und Persönlichkeitsentwicklungsprozess, der – siehe oben – in allen Ländern, mit unterschiedlichen Formulierungen, unser Auftrag ist. Zu diesem Verstehensprozess kann Schulpsychologie viel beitragen. Sie kann Verhalten und Erleben erklären, deuten und diese Erkenntnisse an ihre Kooperationspartner zurückgeben, damit sie sie für die Erfüllung ihres Auftrags nutzen können. Damit sind die Professionellen im System Schule gemeint, wie auch die Eltern und der Schüler selbst. Im weiteren sind womöglich für andere Berufsgruppen die Ergebnisse »interessant«, im Rahmen eines multiprofessionellen Teams oder in der externen Kooperation. Dabei versteht sich von selbst, dass das »Zurückgeben« nicht ein einmaliges, bürokratisch-rationales Ereignis in Gestalt einer Mitteilung ist. Vielmehr handelt es sich bei diesem Austausch um einen reflektierten Kommunikationsprozess, der spezifisch personen- und rollenbezogen ist und einen qualifikatorischen Vorlauf beim Berater erfordert.

Wer weiterlesen möchte, kann das hier Individuum Lernen Emotion tun.

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