Rein ins neue Jahr – kein bisschen euphorisch

Es war schwer, so wie es sich gehört, einigermaßen optimistisch ins neue Jahr zu kommen. Aber nun, da auch das Zeitwissen erkannt hat, welche Gefahren im Zwang zum positiven Denken lauern, fällt es leichter, der Annahme nachzugehen, es könnte gute Gründe für einen gewissen Pessimismus geben.
Von Inklusion ist die Rede und in der Gesellschaft wird gespalten, dass es kracht. Man denke nur an Sarrazin, Sloterdijk und Schumacher.

Weiter mit Inklusion, Kulturkürzungen, außerordentlichen Schwungkräften, Traumatisierungsinflation –  und Fragen

Zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs wird in Hamburg ein immenser Aufwand getrieben, den man auch als Hochzeit der Etikettierung betrachten kann. Das Budget des Schauspielhauses wird beschnitten, so dass es kaum mehr Stücke zu sehen geben wird, wie Volker Löschs »Hensel und Gretel gehn Mümmelmannsberg«.
Ein Gefühl schleicht sich ein, missbraucht zu werden, und anderenorts würden ganz andere Räder gedreht. Die Bildungspolitik als ein Rad in einem größeren Getriebe, das seine Schwungkraft nur noch aus einem Ökonomismus bezieht und einen Humanismus sehr fern rückt. Oskar Negt spricht von »unterschlagener Wirklichkeit«, die Verwirrung stiftet und anfällig für innere Emigration (und anderes) macht.
Gegen die Inflationierung des Redens von der Traumatisierung. Von medico-international gibt es dazu eine interessante Broschüre. Tenor: Für jede körperliche oder psychische Verletzung werden Sondereinsatztruppen gebildet – über die Voraussetzungen und Hintergründe, die zu den Verletzungen führen, wird weniger und weniger nachgedacht. Lesenswert.
Was in all diesen Themen auftaucht, ist die Frage, wie wir mit den allem Anschein nach »Überflüssigen« umgehen, die die Perversionen des Wirtschaftssystems hervorbringen.
Welche Art Beratung, Unterricht und Erziehung brauchen Schulpsychologie und Schule, um der klamm-heimlichen Gewöhnung an das Konzept der Überflüssigkeit von Menschen, durchaus in wechselnden Verkleidungen, etwas entgegenzusetzen. Vielleicht gelingt es hier in Zukunft, die Fragen der Ethik zu diskutieren.

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