Digitalisierung der Schulen – eine Gehirnwäsche

Die allseits propagierte Digitalisierung des Lernens und Lehrens wird Schaden anrichten, sagen Pädagogen, Ärzte, Psychologen und Ralf Lankau, Professor für Mediengestaltung und Medientheorie an der Hochschule Offenburg. Wem die Gesundheit und Entwicklung der Kinder und die Zukunft der Gesellschaft wichtig sind, kommt an den Einwänden nicht vorbei

Alternativen

Um Informationstechnik in Schulen einsetzen zu können, ist eine ganz andere Philosophie nötig: Datensparsamkeit und Dezentralisierung mittels lokaler Netze, lokale Server, verschlüsselte Datenübertragung zwischen kooperierenden Schulen, Hacker-Projekte und Workshops für Medienprojekte statt Learning Analytics. Wir sollten Lernsoftware eher wie Schulbücher oder andere Lehrmittel einsetzen. Wer will, kann damit lernen und üben. Aber niemand kontrolliert und protokolliert, wer welche Bücher wie lange liest.

Wir brauchen zweitens eine eigene technische Infrastruktur, um keine US-Dienste nutzen zu müssen. Das heißt konkret: Schulen vom Netz, bis wir unsere Hausaufgaben gemacht haben. Und auch danach sollten wir die Rechner so konfigurieren, dass an den Schulen nur dort mit ihnen gearbeitet werden kann, wo es fachlich und didaktisch sinnvoll ist – aber eben offline, mit lokal installierter Software, ohne Netzanbindung. Dann funktionieren zwar die Geschäftsmodelle der Lehrmittelanbieter nicht mehr, aber das ist nicht mein Problem als Pädagoge.

Hier zum Interview mit Ralf Lankau

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