Berufsverbote mit Langzeitwirkung und stilbildend

Unter der Bezeichnung kennt sie kaum noch jemand

Wer jünger ist als 50 könne mit dem Begriff „Berufsverbote“ heute wohl nichts mehr anfangen, heißt es in einem Bericht des Deutschlandfunks. Und wenn jemand eine Vermutung dazu äußert, wird der Tatbestand der DDR zugeordnet. Nein, nein. Dieser Tatbestand war reinste BRD-Wirklichkeit, Deutschland-West. Dass dieser schwere Eingriff in die Leben Tausender von Menschen mit Breitenwirkung auf noch viel mehr Menschen heute in Vergessenheit geraten ist, zeugt von der Wirksamkeit einer Politik der Ruhigstellung und Ablenkung. Heute braucht es dafür, kritisches Denken wirkungslos zu machen, keine Gesetze, die in Funktion und Duktus an die Zeit des Nationalsozialismus erinnern, mehr.

Gelenkte Demokratie, Herstellung prekärer Arbeitsverhältnisse, freundliche Erinnerungen an das, was der Karriere und dem Aufstieg dienlich ist, sorgen für Stille. Sicherlich sind auch ein Maß an „freiwilliger“ Selbstbescheidung, an Glückssuche im Konsum, veränderten psychischen Dispositionen — erworben im lehrenden Leben — von Bedeutung. Die Realität der Marktkonformität hinterlässt auch in den Köpfen und Herzen ihre Spuren. 

Umso erfreulicher, dass es in Niedersachsen eine Landesbeauftragte für die Aufarbeitung der Berufsverbotepolitik und ihre Folgen gibt, die in nicht allzu fernen Zukunft einen Bericht vorlegen wirde.

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