Stigmatisierung beenden

Widerspruch deutlich und leise

Im Lancet erschien ein kurzer Artikel (hier als pdf) von Günter Kampf, der sich aus wissenschaftlicher Sicht mit der Rede von der „Pandemie der Ungeimpften“ befasst. Wie man schon weiß, ein politischer Kampfbegriff, der die Wirklichkeit ignoriert. Widerstand und Gegenrede aus der herrschenden Politik ist mir nicht bekannt geworden, auch nicht aus den Nachrichten der Rundfunkanstalten. Günter Kampf von der Uni Greifswald korrigiert das.

In den USA und Deutschland haben hochrangige Beamten den Begriff Pandemie der Ungeimpften verwendet und damit suggeriert, dass Menschen, die geimpft wurden, für die Epidemiologie von COVID-19 nicht relevant sind. Die Verwendung dieses Begriffs durch die Beamten könnte einen Wissenschaftler dazu ermutigt haben, zu behaupten, dass „die Ungeimpften die Ungeimpften die Geimpften bedrohen für COVID-19“

https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(21)02243-1/fulltext, Übersetzung mit deepl.com

Günter Kampf schließt seinen Artikel so:

Ich fordere hochrangige Beamte und Wissenschaftler dazu auf, die unangemessene Stigmatisierung von ungeimpften Menschen zu beenden, zu denen auch unsere Patienten, Kollegen und andere Mitbürgerinnen und Mitbürger gehören, und zusätzliche Anstrengungen zu unternehmen, um die Gesellschaft zusammenzubringen.

https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(21)02243-1/fulltext, Übersetzung mit deepl.com

Bravo!

Über Einpeitscher, Gleichgültige und Kritiker

Die Lust an Komplizenschaft mit der Macht und die Bereitschaft zur Apartheid

Wie Justiz versagt und die „Wächter der Demokratie“ die Demokratie verraten

In einem längeren Essay zeichnet der Autor Marcus Klöckner ein Bild der unglaublichen Veränderungen, die in den letzten 20 Monaten stattgefunden haben. Ein Desaster für die so genannten westlichen Werte. Ein großer Schritt in den Obrigkeits- und Überwachungsstaat moderner Prägung

Journalisten verfügen in der Regel mit über das höchste allgemeine formale Bildungskapital, das man in Deutschland besitzen kann. Sie haben Abitur und vermutlich ein abgeschlossenes Studium. Zudem bewegen sie sich oft in einem hochkulturellen Umfeld. Mit anderen Worten: Alleine schon aufgrund ihrer Bildung, kennen sie den Unterschied zwischen einer Utopie und einer Dystopie. Journalisten kennen die historische Bedeutung von Diskriminierung und wissen, was die Separierung von Menschen durch staatliche Maßnahmen für eine Gesellschaft bedeutet. Aber viel wichtiger: Diese Informationen teilen uns jene Akteure mit, die sich selbst als „Wächter der Demokratie“ verstehen. An sie darf und muss eine Gesellschaft in der gegenwärtigen Situation besonders hohe Anforderungen anlegen. Sie dürfen „nicht gleichgültig“ sein. Und dennoch ist bei vielen Medienvertretern eine unerträgliche Untätigkeit zu erkennen.

https://multipolar-magazin.de/artikel/die-grosse-gleichgultigkeit