Monat: Oktober 2009
Was gute Bildung kostet
Eine andere Rechnung als im vorangehenden Artikel wird hier aufgemacht:
Finanzminister rechnen Bildungsausgaben schön
Kreativität ist ein hohes Gut. Jetzt zeigen die Finanzminister ihre Hochbegabung.
Hier der Artikel aus Spiegel-Online: Datenmassage
Arbeiterkinder für Bildung coachen
Dass Arbeiterkinder und Kinder von kleinen Angestellten durch Schule und Bildungspolitik nicht gerade gefördert werden ist bekannt.
Sie entwickeln nicht das Zutrauen zu sich selbst, wie sie auch von außen (Lehrer, Eltern, Bildungsgänge, finanzielle Förderung) nicht die erforderliche Unterstützung bekommen. So bekannt, so schlecht. Dass es auch anders gehen kann, ist hier nachzulesen. Eine junge Frau erinnert sich ihrer Herkunft und findet sich mit den Ungerechtigkeiten des Schul- und Hochschulsytems nicht ab: Arbeiterkinder können lernen
Siehe auch: arbeiterkind.de
Das Beratergeschäft der Bertelsmann-Stiftung
Privat besser als öffentlich, ist das Credo der Bertelsmann-Stiftung und großer Teile der Politik. Aber Zweifel sind angebracht
Die Bertelsmann-Stiftung arbeitet in nahezu allen Bereichen der Gesellschaft. Angeblich dem Gemeinwohl verpflichtet, aber immer mit dem Tenor, dass Privatisierung besser ist als öffentliche Hand und öffentliche Kontrolle. In Schule und Hochschule treibt sie die Ökonomisierung voran, von demokratischer Kontrolle und Entwicklung kritischen Denkens hört man bei ihr nichts. Die Bertelsmann-Stiftung wird schon als das heimliche Bundesbildungsministerium bezeichnet. Und eröffnet sich und dem Bertelsmann-Konzern neue Geschäftsfelder. Im Folgenden ein Beispiel, wie die Stiftung auf die Privatisierung kommunaler Dienstleistungen hinarbeitet – und dabei auf Widerstand stößt. Ein Artikel von Werner Rügemer in verdi-publik:
10-Prozentziel für Bildung ein Täuschungsmanöver?
Das zumindest meint das Christian Füller in einem Kommentar der taz:
„In Wahrheit ist das Bildungswesen in Länderhand eine kühl kalkulierte Angelegenheit. Sie hat ein strategisches Ziel: Das Bildungswesen gut kontrollieren – und klein halten zu können.“
„Die vom Bund getragenen Ausgaben für den reparierenden Sozialstaat à la Bismarck explodieren seit 30 Jahren geradezu. Die vorsorgenden Ausgaben für den Chancensozialstaat, also Bildung und Wissenschaft, stagnieren.“
„Schulen sehen teilweise, pardon, ekelhaft aus. Und auch das geht nur in Deutschland: Das heilige 10-Prozent-Ziel für die Zukunftsausgaben wird erreicht – indem man die Pensionen verdienter Lehrer mit einrechnet.“
Hier der Link zum ganzen Kommentar: 10 Prozent für Bildung – ein Täuschungsmanöver?
Psychologie in der Zwickmühle der Verwertung
Psychotherapie ist enggeführt durch ihre gesetzlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Dabei wird ihr, als Teil des Gesundheitswesens, aufgebürdet, was andere Sektoren der Gesellschaft – wie Bildung und Soziales – nicht lösen können, entweder weil die gesetzlichen Grundlagen fehlen oder weil es im herrschenden Verständnis von Krankheit und Gesundheit, von Teilhabe und Entwicklung keinen Ort für das gibt, was Psychotherapie ist oder sein könnte. Die dahinter liegende Frage, wie Psychotherapiebedürftigkeit entsteht, wird teilweise angesprochen, ist aber nicht Hauptthema. Interessant ist aber der Aspekt, dass genaugenommen die unterfinanzierte Bildungs- und Sozialpolitik dafür sorgen, dass Dysfunktionalitäten, Störungen, die auf die Desorganisation dieser Systeme zurückgehen, in individualisierte Krankheiten verwandelt werden, deren Eigenart es unter anderem ist, dass sie für das Gesundheitssystem – unter anderem mit Psychotherapie -, so wie es verfasst ist, nicht behandelbar sind. Psychologie in der Krise
Missbrauch der Gewalt – medial, politisch
Gewalt treibt die Gemüter um. Sie wird in vielerlei Hinsicht gebraucht und ist nützlich. Was einmal Leitlinie war, gerät aus dem Blick: Nicht nur die Gewalttäter bekämpfen, sondern auch die Ursachen der Gewalt. In diesem Artikel wird darüber geschrieben, welche Stimmen gehört werden und welche nicht. Auch das sind Kontexte der Schulpsychologie, die sich anschickt, in einen Wandel einzutreten, weg von der Ursachenbekämpfung, hin zur Feuerwehr und Interventionseinheit. Gewaltursachen bekämpfen
Amokläufe nicht unvorhersehbar
Langzeitstudie von Klaus Hurrelmann vorgestellt
Dass Amokläufe nicht aus dem Nichts auftauchen – diese Vermutung wurde an dieser Stelle schon öfter angestellt. Nun hat ein Forscher, Peter Langman, seine Durchsicht von Amokläufen aus 20 Jahren vorgestellt. Er will drei Hauptgruppen ausgemacht haben: Psychopathen mit einem extrem ausgeprägten Narzissmus, psychotische Täter mit Wahnvorstellungen und traumatisierte Amokläufer mit Gewalt- oder Missbrauchserfahrungen (laut taz vom 10.102009). Fraglich ist, ob diese Tätergruppen so eindeutig voneinander abzugrenzen sind. Und auf welch theoretischer Grundlage das geschieht. Weiterlesen „Amokläufe nicht unvorhersehbar“