Dass es Unterschiede zwischen Psychologie, psychologischer Beratung einerseits und Pädagogik andererseits gibt, dürfte der Grund sein, dessentwegen Psychologie in die Schule geholt wurde. Offensichtlich verkörpert sie etwas, was Pädagogik oder Schulpädagogik nicht aufzuweisen haben. Bisher (in Hamburg bis zur Auflösung der Schülerhilfe) hat(te) Schulpsychologie eine relativ eigenständige Position gegenüber der Schule und gegenüber der Schulbehörde. Und dort, wo sie sich eigenständig und in verantwortlicher Verknüpfung mit Behörde etablieren konnte (wie in einigen Bundesländern), leistet sie konstruktive Beträge zu Persönlichkeits-, Lern- und Schulentwicklung. Weiterlesen „Spannungsverhältnisse der Beratung zwischen Psychologie und Pädagogik“
Veranstaltungshinweis
der Gesellschaft für Bildung und Wissen
Auf der Tagung in Frankfurt am 24. März 2012 soll es darum gehen, was im Kontext dieser Reformen derzeit alles zum Nachteil von Bildung und Wissen den Schulen ohne Rücksicht auf die vielfältige Kritik von nahezu allen an der Bildung Beteiligten von oben herab verordnet wird.
Auf der Website finden sich darüber hinaus reichlich anregende Analysen und Meinungen, von Andreas Gruschka, Jochen Krautz, Konrad Paul Liessmann und anderen.
Ohne Vertrauen in die Lehrerschaft keine Qualität
Im vergangenen Jahrzehnt meinten die Schulbehörden, Qualität ließe sich durch Kontrolle und Standardisierung herstellen. Zwar wurde viel davon geschrieben, es ginge um den Aufbau einer Vertrauenskultur. Auf der Ebene der Steuerung, der Aufteilung von Arbeitszeiten, der Arbeitszeitkontrolle kann man eher sagen, dass eine Misstrauenskultur entstand. De facto reduzierten die Verwaltungsebenen den fachlichen Austausch in den Kollegien. Die Möglichkeiten für gemeinsame Reflexion in kollegialen Fallbesprechungen oder in Supervision nahmen in Zeiten des Vorrangs der Unterrichts ab. So kam es zu einer Polarisierung: Unterricht statt Schulentwicklung. Dazu schreibt Adolf Bartz in der NDS (Neue Deutsche Schule), der Zeitschrift der NRW-GEW.
Gerechtigkeit – ist die Gesellschaft darauf orientiert?
Schule und Bildung sind eng mit dem Thema Gerechtigkeit verbunden. Die Teilhabe an Bildung ist ein Weg zu (mehr) Gerechtigkeit. Eine andere Frage ist, ob und wie unsere Gesellschaft auf Gerechtigkeit angelegt ist. Im Jacobjung-Blog geht der Autor diesen Fragen nach
Wie man Gewalt erzeugen kann
Gewaltursachen in den banlieues
In den vergangenen Jahren kam es in Großbritannien und Frankreich − aber nicht nur dort − immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizeikräften und meist jungen Menschen. Wie zuverlässig sind die Berichte, was geben sie aus dem Leben der Quartiere wieder? Worauf stützen sich die Darstellungen der Journalisten und welche Interessen haben staatliche Institutionen? Mit diesen Fragen befasst sich ein Journalist der Neuen Züricher Zeitung
Pädagogische und politische Diskurse im Gestus der Rechtschaffenheit
Die Guten. Das sind doch wir
Das Denken und Reden über zeitgemäßes Handeln findet in Formen und Strukturen statt, die sich bereichsübergreifend ähneln. Ein Beispiel sind eine konkrete schulische Praxis und die Einlassung des Bundesaußenministers. Sie benutzen beide die Vorstellung, Menschen wollten leistungslos sich einen Vorteil erschleichen. Dem gelte es, einen Riegel aus Konsequenz und Fordern entgegenzustellen. Beide verkennen die tatsächlichen Leistungen der Schuldner. Weiterlesen „Pädagogische und politische Diskurse im Gestus der Rechtschaffenheit“
Psychische Erkrankungen nehmen zu
Steuerung statt demokratischer Entwicklung. Ergebnis: Frust und Reibungsverlust
Dem Anschein nach gibt es eine einzige und damit selbstverständlich »alternativlose« Form der Beratungsorganisation, die im Zuge der Inklusionsumsetzung zu realisieren ist, wenn REBUS und neuerdings die Fusion der REBUS mit den noch zu gründenden Bildungszentren propagiert werden. Alles soll effizienter werden, Eigenständigkeiten sollen gewahrt bleiben – warum dann die Fusion? – Alles wird vorbildlicher, und noch dazu für die ganze Republik. Was in den wenigen Diskussionsgelegenheiten erkennbar wird, ist, dass die Fusion eine politische Vorgabe ist. Einen inhaltlichen Entwicklungsprozess durch Kommunikation gibt es nicht.
Wie bei Reformen der Schule häufig geht es nicht darum, endlich die Bedingungen für ein personenbezogenes Lernen zu schaffen, sondern darum, Steuerung und Kontrolle im Schulsystem zu erhöhen, und zwar im Sinne eines unternehmerischen, auf Rentabilität orientierten Modells. Im Namen der Übersichtlichkeit und des Abbaus von bürokratischem Wildwuchs, werden Organisationen geschaffen, die Eingriffe und Steuerung erleichtern (sollen). Das spricht manche Wünsche, auch pädagogische, sowie Ressentiments an: Muss nicht wirklich etwas geschehen angesichts der wachsendenden Störungen im Schulsystem? – In diesem Sinne hat sich dann auch Beratung zu formieren. Weiterlesen „Steuerung statt demokratischer Entwicklung. Ergebnis: Frust und Reibungsverlust“
Ablenkungsmanöver
Das ist hier zwar kein Politblog. Anderseits ist Schulpolitik auch Ausdruck der Großen Politik. Und die lenkt zurzeit von zentralen Zukunftsfragen ab. Nicht zuletzt lebt Schulpolitik von staatlichen Einnahmen, die wiederum von der Wirtschaftspolitik abhängen. Aber womit sind Medien und Politik ohne Ende beschäftigt? Richtig. Mit dem Präsidenten und mit sich selbst. Dieses Treiben um den Präsidenten hat wohl nicht nur die Funktion, die Wahrheit aufzudecken. Bei all dem Gezerre wird von lebenswichtigen Fragen abgelenkt.
Starker Rückbau des öffentlichen Dienstes
Wir werden ständig mit der Parole konfrontiert, der öffentliche Dienst sei unproduktiv, er koste viel und leiste wenig. Das Schulwesen ist seit Jahren unterfinanziert, an allen Ecken und Enden ist die pädagogische Decke zu kurz. Tatsächlich ist der öffentliche Dienst in den den letzten Jahren bis zur Grenze der Handlungsfähigkeit und bis zu Qualitätsmängeln klein gespart worden.