Jochen Krautz untersucht die Interessen, die hinter PISA stehen. Manches Gehabe der Bildungspolitik hält er für Scheindemokratie. Näheres findet sich hier in seinem Aufsatz.
Die sanfte Steuerung der Bildung
Weitere Hinweise zum Thema hier
Die sanfte Steuerung der Bildung
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Gibt es die entscheidende sensible Phase?
Das eherne Gesetz der Oligarchie
Demokratie und Selbstorganisation
Voll die Revolte – oder lieber doch nicht?
Statistiken, Prognosen, Ängste, Bedarfe – wie echt und verlässlich sind sie?
In zahlreichen Organisationsentwicklungsansätzen ist die Rede davon, dass es darum gehe, die die Erfahrungen und Potenziale der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einzubeziehen. Nicht selten mündete dies darin, Spielwiesen für Interessierte einzurichten. Nicht selten walzte später eine Maschine von Sachzwängen über zarte Pflänzchen der Beteiligung hinweg. Parallel wurden in nicht wenigen Bundesländern die die Mitbestimmungsrechte eingeschränkt (in NRW wurden sie nach der letzten Wahl von Rotgrün teilweise wieder hergestellt).
Was in Fragen der Finanz- und Europapolitik immer mal wieder zu hören ist, ist eine Klage über den Demokratiemangel: In Hinterzimmern würden keine oder nur schwach legitimierte Ausschüsse anordnen und verfügen, so der Ex-SPD-Europapolitiker Günter Verheugen. Gleiches lässt sich aber auch in der Bildungspolitik beobachten. Schulen und neueinzurichtende Dienststellen und Abteilungen, zum Beispiel im Zusammenhang mit der Umsetzung der Inklusion, sehen sich zu einer Manövriermasse von Politik und Verwaltungen degradiert. Was in Schule noch ohne Widerstand hingenommen wird, entwickelt sich an anderen Stellen gegenteilig. Der Anti-S21-Virus wird zu einer Horror-Vision der Großstragegen, die zu wissen meinen, was gut und richtig ist. Inzwischen gibt es offen Forderungen, die demokratischen Rechte einzuschränken, mit Sympathie in zahlreichen Medien verbreitet.
Das ist ein Hinweis darauf, dass Ziele wie Inklusion, Bildungsgerechtigkeit, Bildung als Mittel der Emanzipation und auch Beratung als Mittel emanzipatorischer (Selbst-) Aufklärung auf eine breite Bewegung für Bildung angewiesen sind. Das Denken in Kategorien von Wahlperioden, der Zuständigkeit von Parteien greift zu kurz. Vorbild: die Anti-Atombewegung – oder die Bewegung gegen S21. Kleiner scheint es nicht zu gehen.
(Eine leicht überarbeitete Version eines früheren Eintrags)
von Jürgen Mietz
Es scheint so, als solle sich das Modell einer Organisation von Beratung (und Unterstützung), wie es sich in HH ab Ende der 90 er Jahre etablierte, nun bundesweit durchsetzen. Bremen hat sich von ihm inspirieren lassen, Niedersachsen und Berlin sollen folgen, wenn man einem Gutachten von Klaus Klemm und Ulf Preuss-Lausitz (rechts unten klicken) folgt. Es wurde in Zusammenhang mit der Umsetzung der Inklusion in NRW erstellt. Klemm und Preuss-Lausitz widmen sich darin unter anderem Fragen der Beratung und Unterstützung und stoßen dabei auch auf das REBUS-Konzept.
Für Hamburg liegt eine Evaluation der REBUS-Praxis vor. (Konzept und Evaluation hier). Klaus Klemm und Ulf Preuss-Lausitz entnehmen ihr einen summarischen Satz, um die prinzipielle Geeignetheit der REBUS-Konstruktion zu belegen: „Grundsätzlich wurde die Arbeit der REBUS als sehr wichtig für den jeweiligen regionalen Kontext, aber auch für die Arbeit der Kooperationspartnerselbst erachtet“.
Zum einen wird diese verallgemeinernde Aussage der Evaluation selbst nicht gerecht, sie urteilt differenzierter. Zum anderen lässt sich an der Evaluation, an ihrer Methodik, an den Fragen, die gestellt wurden und an den Fragen, die nicht gestellt wurden, Kritik üben. Weiterlesen „REBUS – Erfolgsmodell für alle oder Spezialfall?“
Schulpsychologie im Umbruch könnte man sagen. Das regt dazu an, die eigene Situation in anderem Licht zu betrachten – und sie nicht mehr als unabänderlich zu sehen. Die Reaktion einiger Kolleginnen und Kollegen ermutigt mich, auf einige Neuerscheinungen hinzuweisen und noch einmal auf den Link zum Erlass für Schulpsychologie in NRW hinzuweisen.
Erlass-Entwurf Schulpsychologie Niedersachsen
Erlass Schulpsychologie NRW und dann noch ein Klick in die letzte Zeile
Über die modellhaft eingerichteten Kompetenzzentren in NRW berichtet ein 22 seitiges Gutachten. (Und ein Klick unten rechts)
Es gibt einige Hinweise auf das „Innenleben“ der Inklusion, auf Tücken der Beratung unter Pädagogen und auf den Sinn externer, unabhängiger Beratung.
Es wäre selbstverständlich wunderbar, wenn hier erkennbar würde, welche Bewertungen und Resonanz diese Papiere hervorrufen …
Am Samstag, 20.8.2011, erschien im Tagesspiegel eine Doppelseite zum Thema Familienhilfe. Erfreulicherweise sind die Artikel nun auch im Netz zugänglich.
Hier geht es zu Fallbeispielen und Recherchen von Barbara Schönherr
und hier geht es zum Interview mit Bürgermeister Buschkowsky
Ein bemerkenswerter Vorgang: In der FAZ schreibt Frank Schirrmacher, Herausgeber der FAZ einen Text mit dem Titel „Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat“
Haben die Krisen einen bestimmten Grad der Zuspitzung erreicht, klären sich manchmal die Geister. Sie befreien sich. Immerhin. Eingemauert sein ist einfach doof.
Wir haben es erfahren, besonders und zuletzt im Zusammenhang mit dem Hamburger Volksentscheid 2010: die Bildungsorganisation ist von entscheidender Bedeutung für die Sicherung von Macht und Einfluss in der Gesellschaft. Deshalb ist sie heiß umkämpft. Sie entscheidet über den elitären oder demokratischen Charakter von Bildung. Nicht zuletzt im Zusammenhang mit den Riots in England ist der Artikel aus dem Jahr 2008 von Michael Hartmann „Über Reichtum und Eliten im europoäischen Vergleich“ aktuell.
Was wir unter Bildung verstehen, ist oft genug etwas anderes als das, was durch Macht- und Verwertungsinteressen als Bildungspolitik »hinten rauskommt«. Das zeigt der Professor Bernhard Taureck in einem Essay des Deutschlandfunks. Hier geht es zur Hördatei