Die Schulpsychologie hat die Aufgabe, die einzelnen Menschen, die in und für die Schule arbeiten, darin zu unterstützen, die sehr individuellen Entwicklungsressourcen zu erkennen und zu erweitern. Damit arbeitet sie an dem Ziel mit, eine neue Kultur des Lehrens und Lernens zu entwickeln. Diese muss die Persönlichkeit, ihre sehr spezifischen Ressourcen und Ziele in Rechnung stellen. Mit anderen Worten heißt das: Schule muss aus ihrer jahrhundertealten Tradition als bürokratischer Veranstaltung heraustreten. Wenn das gelingen soll, Weiterlesen „Einbindungen der Schulpsychologie in Strukturen der Organisation dürfen ihre Potenziale nicht konterkarieren“
Autor: Redaktion
Schulpsychologie – wohin geht sie?
Die schulpsychologische Landschaft ist in Bewegung. Mancherorts gibt es Einstellungswellen, wie in Nordrhein-Westfallen und Baden-Württemberg. Anderenorts ist die Schulpsychologie »rasiert« worden, oder sie ist einem Umorganisierungsprozess »von oben« unterworfen, wie in Niedersachsen. Und wiederum an anderer Stelle mag der Ausbaustand schlecht sein, wie eh und je.
Uneinheitlich wie Ausbaustand und Konzepte sind Arbeits- und Organisationsweisen der Schulpsychologie vor Ort. Die Dichte des Austausches zwischen den Kolleginnen und Kollegen ist unterschiedlich. Die einen scheinen zufrieden, haben sich eingerichtet, sie haben keinen erkennbaren Bedarf an Austausch über inhaltliche Konzepte, organisationelle Einbindungen und Strukturen. Anderen geht es genau anders: Sie wünschen sich eine Debatte über all diese Fragen. Sie befürchten gar, die Schulpsychologie könnte auf lange Sicht in ihrer Substanz gefährdet sein, wenn diese Debatte nicht geführt wird.
Potenziale der Individuen erkennen und neue Lernkultur befördern Weiterlesen „Schulpsychologie – wohin geht sie?“
Schul- und systembezogenes Arbeiten der Schulpsychologie
Dieses Thema zog auf dem Jungen Bundeskongress der Sektion Schulpsychologie viele junge Schulpsychologinnen und Schulpsychologen an. Hier kann man die Inputreferate von Hansjürgen Kunigkeit und Jürgen Mietz nachlesen.
Ein Rückblick auf die Seiten der Sektion Schulpsychologie
Wer sich über die schulpsychologischen Entwicklungen der letzten Wochen und Monate informieren will, kann das hier tun. Berichte vom Bundeskongress der Sektion Schulpsychologie, Interviews finden sich hier.
Verstehen der Familiengeschichte – ein Zugang zu Entwicklung
Wer andere berät, tut gut daran, die eigenen emotionalen Muster immer besser zu verstehen. Nicht nur, aber auch spielen die Kriegserfahrungen der Eltern- und Großelterngenrationen dabei eine Rolle. Dazu gab es vor kurzem interessante Sendungen
Hier folgt die Besprechung eines Romans Wenn das Unglück im Kopf noch da ist
WDR Feature: Der geborene Lehrer
Ohne Persönlichkeit geht gar nichts
Ein sehr facettenreiches Bild zeichnete der Journalist Karl-Heinz Heinemann in einem Feature des WDR. Ein wesentliches Fazit: Die Persönlichkeit des Lehrers, der Lehrerin (und wie die Lehrkraft damit Beziehung gestaltet) ist der zentrale Schlüssel für eine veränderte Lernkultur und für die Motivation der Schüler. Weite Strecken des Features lassen sich in dem Sinn verstehen, dass es dringlich ist, Schulpsychologie für die Schule und für die Unterstützung der Lehrkräfte zu entdecken. (Diesem Thema widmet sich ein Seminar für schulpsychologische Berufseinsteiger auf dem Bundeskongress Schulpsychologie).
Hier der Link zur Sendung
Zur Sendung Der geborene Lehrer (zeitlich begrenzt)
und zum Manuskript der Sendung mit einer Literaturliste
Frauengehirn, Männergehirn
Ein Fundgrube an Anregungen
zu einem alten Thema liefert der Psychologe Onor Güntürkün. Aber nicht nur das. Er setzt sich empiriegeleitet mit dem Verhältnis von Biologie und Kultur auseinander. Und nicht zuletzt erfahren wir etwas über Methoden und Designs von Untersuchungen. Alles nachzuhören bei DRadio Wissen Frauengehirn, Männergehirn
Stiftungen – Die geheimen Bildungsmacher
»Allen Stiftern ist dabei gemein, dass sie ihr Geld nach eigenem Gusto einsetzen können, sei es für ein Sprachförderprogramm oder ein Beratungsangebot für Hochbegabte. Sie müssen sich keinen Wahlen stellen und keine Rechenschaft ablegen. Und genau da liegt das Problem, meint Wilfried Lohre. Er war lange Projektleiter bei der Bertelsmann-Stiftung und weiß: „Da wird gesagt, das Programm läuft, wir möchten es nun an die Kommune weitergeben. Doch die war an der Entstehung nicht beteiligt und interessiert sich vielleicht gar nicht dafür.“ Das Problem ist immerhin erkannt. Städte und Stifter besser zu vernetzen, ist nun Grundidee der gerade vom Bundesbildungsministerium geförderten Initiative „Lernen vor Ort“. Lohre ist ihr Geschäftsführer. Das Programm soll ein Bildungsmanagement unter der Beteiligung von Stiftungen und Gemeinden in Gang setzen. Lohre: „Die vielen bunten Blumen, die in einer Gemeinde blühen, sollen zu einem Strauß zusammengebunden werden.“«
Wilfried Lohre ging vor Jahren aus dem nordrhein-westfälischen Schulministerium zur Bertelsmann-Stiftung. Von dort aus versuchte er Schulaufsichten, Lehrern und Schulpsychologen den Segen der Bertelsmann-Stiftung nahe zu bringen. Viele Kolleginnen und Kollegen glaubten den wohl gesetzten Worten, so als könne eine Stiftung der Sparpolitik der Regierungen etwas entgegensetzen. Dass mit Hilfe der Bertelsmann-Stiftung die Schulen und Unterstützungssysteme wie das Landesinstitut heruntergeschrieben wurden, um sie später mit befristeten Ressourcen in neuer Form zu retten und sie dann sich selbst zu überlassen, wollten die meisten nicht sehen.
Nun scheint auch Wilfried Lohre ein wenig ernüchtert. Was zerstückelt in der Schullandschaft herumliegt, nach Geschmack der einen oder anderen Stiftung aufgepäppelt wird oder liegengelassen bleibt, bis sie sich einem anderen Objekt der Bildungsbeflissenheit zuwendet, will er nun mit einer neuen Stiftung zusammenbringen. Um eine PR gerechte Sprache war er damals wie heute nicht verlegen. Wir wissen ja, wie es mit den blühenden Landschaften ging. Geheime Bildungsmacher (unten auf der Seite)
Die Grenzen des Unternehmertums im Bildungswesen – eine Studie
In Schule und Hochschule wird immer noch eine lohnenswerte Perspektive darin gesehen, diese Institutionen unternehmerisch auszurichten. Welche Fallstricke dabei gespannt sind, wird in diesem Artikel gezeigt. Von den erhofften Wirkungen bleibt wenig bis nichts übrig. Unternehmerische Hochschule ein Fake
Ebenfalls zum Thema passend der folgende Artikel Markt und Bertelsmann steuern Bildung
Noch einmal: Der Nutzen der Gleichheit
Gleichheit: Feindin der Freiheit oder: Ohne Gleichheit keine Freiheit?
An dieser Stelle wurde schon einmal auf die Studie von Kate Pickett und Richard Wilkinson hingewiesen. Stefan Reinecke wendet noch einmal die Begriffe hin und her: Gleichheit, Gleichmacherei, Gleichheit der Chancen … Auch die Kommentare sind interessant. Hier geht zum Artikel: Nutzen der Gleichheit
Welche Rolle spielt der Zugang zur Bildung? Ist er gleich für alle oder abhängig von der sozialen Lage? Und wie unterschiedlich muss er sein, damit alle gleiche Chancen haben? Wie muss ein Schulsystem organisiert sein, damit alle eine Chance haben und Vielfalt sich entwickeln kann?