Föderalismus hat Grenzen

Die Heterogenität der Bundesländer – ein Schadensfall?

Er trage den Unterschieden im Gesamtstaat Rechnung. Gäbe es nicht die Länder, gäbe es nicht Bund, der sich heute Bundesrepublik Deutschland nennt. Die Unterschiedlichkeit der Länder hat etwas, was uns vertraut ist: Identität, Individualität, unterschiedliche Herkünfte, denen Rechnung zu tragen ist. Nimmt man den Föderalismus ernst, muss es möglich sein, dass es in der Bildung(spolitik) Unterschiede gibt. Weiterlesen „Föderalismus hat Grenzen“

Ein anderer Begriff von Inklusion

Schluss mit dem Schulfrieden – endlich wieder denken und gestalten?

Zu was die Linkspartei gut ist, lässt sich an ihrem Konzept einer anderen Inklusion ablesen. Und nicht zu unterschätzen: Sie hat Ulrich Vieluf an ihrer Seite, einst in hoher verantwortlicher Position in der Schulbehörde, dann Bildungsforscher. Bericht in der taz.

Blick in die unteren Klassen

Wovon reden wir, wenn wir von den bildungsfernen Schichten reden? Wenn wir etwas von ihnen verstehen, was bleibt übrig, wenn wir damit beschäftigt sind, Schülerinnen und Schüler in die bestehende Ordnung hineinzuprozessieren?

Hier eine kleine Presseschau

Der Stolz der Arbeiterklasse

Das Existenzminimum ist ein Minimum ist ein Minimum

Die Grenzen der Freiheit

Die sozial geformte Individualisierung

Erhalten die Kinder mit den schlechtesten Lernvoraussetzungen die besten Schulen?

Eine auf Berlin bezogene Untersuchung lässt daran Zweifel aufkommen. Solange es geht, die Probleme ignorieren, scheint die Strategie zu sein. Nur ein Skandal aktiviert die Politiker’innen.

Marcel Helbig und Claudia Roth vom Wissenschaftszentrum Berlin veröffentlichten eine Pressemitteilung und eine Studie, die den Verdacht aufkommen lassen, dass Politker’innen nicht kontinuierlich an der Chancengleichheit arbeiten. Tatsächlich entsteht der Eindruck, dass sie an Bildungssegregagtion und an der Spaltung der Gesellschaft aktiv mitwirken – sei es durch Unterlassung oder Verschleierung.

In einem Interview mit den Nachdenkseiten macht Marcel Helbig für Hamburg eine Ausnahme. Es investiere und versuche die Probleme in den Griff zu bekommen.

Fünf Bildungsmythen

Jutta Allmendinger schrieb schon vor einer Woche über Bildungsmythen. Dauerbrenner der Politik und der öffentlichen Debatte. Und sie macht darauf aufmerksam, dass Lernen in verrottenden Gebäuden ein Angriff auf die Motivation ist.

Bildung – früher eine eigene Rubrik in den Zeitungen – findet inzwischen als Unterabteiliung von Wirtschaft statt. Der oben verlinkte Artikel fand sich auf der Wirtschaftsseite der SZ. Ein Bericht in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 11.8.2019 über den Schulleiter’innenmangel fand sich ebenfalls auf der Wirtschaftsseite der Printausgabe. Auf der Website habe ich den Artikel nicht gefunden.

Nun ist der Artikel doch aufgetaucht – hinter der Paywall: Schulleiter dringend gesucht

Angsterzeugung als Herrschaftsmittel

»Demokratie geht nämlich nicht nur mit einem Versprechen einer gesellschaftlichen Selbstbestimmung einher, sondern auch mit einem Versprechen einer größtmöglichen Freiheit von gesellschaftlicher Angst. Demokratie bedeutet also den Verzicht auf eine der wirksamsten Herrschaftstechniken überhaupt: der systematischen Erzeugung gesellschaftlicher Angst.«

In einem ausführlichen und interessanten Interview stellt der Psychologe Rainer Mausfeld einen Zusammenhang zwischen Neoliberalismus, Angst (-erzeugung), Demokratie und Macht her. Das wirft Fragen und Anreize zum Nachdenken auf, zum Beispiel: Welche Rolle spielt Schule in diesem Prozess, welche Rolle übernimmt Schulpsychologie und -beratung dabei?

Französische Kulturschaffende auf der Seite der Gelbwesten

Meinungsbekundung mit Risiken

Ich verlinke auf diesen Artikel, weil er bei dem einen oder anderen helfen mag, die Gelbwesten nicht länger als gewaltbereite rechtgestrickte Horde zu sehen. Es gehört zur Normalität der hiesigen Kultur- und Medienszene, sich für „Europa“ stark zu machen, gegen Putin und Trump zu sein, aber von den sozialen und menschenrechtlichen Problemen zu schweigen, die hierzulande zu nennen wären; nicht jede’r kann und mag die Abwesenheit wirtschaftlicher Sicherhheit, die steigenden Mieten, die Lohndrückereien, die Zementierung der Herkunft als Voraussetzung für Bildungserfolg als Impuls für kreative Lösungen sehen.

Indirekt und offen beteiligen sich die „Pro-Europäer“ daran, die Sammlungsbewegung „Aufstehen“ – egal, wie erfolreich oder erfolglos sie am Ende sein mag – verächtlich zu machen. Dafür wird eine erstaunliche intellektuelle Schärfe aufgebracht. Dieses Rudelverhalten strahlt auf Schule und Bildung aus und verstärkt die Neigung, in dieser Institution Anpassung zu produzieren, statt Analyse, Aufklärung, Urteilskraft und Emanzipation.

Dass es auch anders gehen kann zeigt der Aufruf zahlreicher Kulturschaffenden in Frankreich. Eine Ermutigung und ein Beispiel dafür, dass es möglich sein kann, Bevölkerungsgruppen vor Diffamierung zu schützen. Mindestens, den Versuch zu unternehmen. Ein Versuch, der die Unterzeichner’innen vielleicht Aufträge kosten kann, wenn sie auf schwarze Listen der Kulturindustrie geraten.